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queer-feministische Demo

Für den 3.7.2012 rufen die queer-feministische Plattform und das Gleichstellungsreferat der Studierendenvertretung an der Uni Bamberg dazu auf, queer-feministische Forderungen und Ideen in den öffentlichen Raum zu tragen. Los geht’s um 18.30 am Bahnhofsvorplatz Bamberg. Enden wird die Demo mit einer Schlusskundgebung am Gabelmann.

http://www.facebook.com/events/283895995041827/

Aufruf:
Du bist ein Mann? Bist du hart, ein dominanter Siegertyp und kannst nicht über Gefühle reden?
Du bist eine Frau? Bist du hysterisch weil du die Dinge nicht objektiv sehen kannst, träumst von High Heels und gehst niemals ungeschminkt aus des Haus, weil du deinen zukünftigen Ernährer treffen könntest?
Kannst du dich damit uneingeschränkt identifizieren? NEIN? Wir auch nicht!
In unserer Gesellschaft wird jeder Mensch als weiblich oder männlich kategorisiert. Die Grundlage bilden scheinbare körperliche Unterschiede (z. B. Genitalien). Diese Zugehörigkeit zu einem Geschlecht bestimmt unser ganzes Leben.
Warum ist das nun ein Problem? Weil aus dieser kulturell erzeugten Vorstellung von nur zwei Geschlechtern diverse Probleme und Ausschlüsse folgen, die uns alle betreffen:
Dazu gehört zunächst der alltägliche „Ey-geiler-Arsch-Sexismus“ und Formen von stereotypen Rollenzuschreibungen. Und trotz aller „jetzt ist doch alles gut“ Bekundungen ist auch die Geschlechterhierarchie noch lange nicht Vergangenheit: Lohnunterschiede bei gleicher Arbeit sind zwischen Frauen und Männern weiterhin üblich, berufstätige Frauen sehen sich meist der Doppelbelastung von Lohn- und Hausarbeit ausgesetzt.
Außerdem wird auch der Körper, z. B. Frisur, Körpermaße, -behaarung und Kleidung, vollkommen der Geschlechternorm unterworfen (lookism). Wer sich diesen gesellschaftlichen Idealen nicht fügt oder diesen nicht entspricht, wird durch Ausgrenzung und Beleidigungen im Alltag schnell abgewertet und sanktioniert.
Am stärksten zeigt sich die Normierung von Körpern bei Intersexuellen, d.h. Menschen, die mit „uneindeutigen“ Genitalien zur Welt kommen. Aufgrund des gesellschaftlichen Zwangs zur Zweigeschlechtlichkeit werden diese Kinder, bei völliger Gesundheit, schweren chirurgischen Eingriffen ausgesetzt und in eines der beiden legitimen Geschlechter hineinoperiert. Sie erhalten eine Penisplastik oder einen Spannapparat für die Konstruktion einer Vagina. Diese multiplen Operationen an den Genitalien haben schwerwiegende Folgen für die psychosexuelle Gesundheit, da oftmals die Möglichkeit zur lustvollen Sexualität unwiederbringlich genommen wird.
Neben den Körpernormen gibt es in unserer Gesellschaft auch eine Norm für das sexuelle Begehren: Heterosexualität. Die Liebe zwischen Mann und Frau wird als normal, gleichgeschlechtliche Liebe als widernatürlich angesehen. Auch heute noch wird ein „coming out“ erwartet und Therapien zur „Heilung“ von Homosexualität angeboten.
Auch gilt für Liebesbeziehungen, dass sie auf genau zwei Personen beschränkt sind. Die monogame heterosexuelle Beziehung wird in Form der Ehe staatlich privilegiert und subventioniert. Andere Beziehungsmodelle stehen unter dem Generäl_innenverdacht reine Triebbefriedigung ohne dauerhafte emotionale Basis zu sein.
Auch Menschen, bei denen das gefühlte vom zugeschriebenen Geschlecht abweicht (transidentitäre Personen), werden in unserer Gesellschaft tyrannisiert. Sofern sie selbstbestimmt körperliche Veränderungen durch Operationen anstreben, werden diese nur unter demütigenden Bedingungen (Pathologisierung) zugestanden. Viele Trans*personen werden auf der Straße Opfer physischer Gewalt.

All dies sind die Folgen der Konstruktion „heterosexuelle Zweigeschlechtlichkeit“, welche in unserer Gesellschaft von Biologie und Medizin als natürliche Gegebenheit kommuniziert wird. Faktisch ist sie aber nur eine kulturelle Norm, ein gesellschaftliches, hierarchisches Ordnungssystem, welches unsere tatsächliche Vielfalt versteckt. Abweichendes Verhalten führt zu massiven sozialen Sanktionen, die von einem blöden Spruch über unsere angeblich nicht vorhandene „Männlichkeit“ oder „Weiblichkeit“ bis hin zu gewalttätigen Übergriffen reichen!
Wir alle sind davon betroffen, wir alle werden durch das Konzept der Zweigeschlechtlichkeit in unserer Entfaltung strukturell eingeschränkt!

Deshalb komm mit uns auf Bambergs Straßen! Wehr dich mit uns gegen die Grenzen, die durch Schule, Staat und Medien gesetzt werden und in unseren eigenen Köpfen bestehen! Queer-feministischer Aufstand gegen Trans*pathologisierung, geschlechtsnormierende Operationen an Intersex*-Kindern und Homosexuellenhass! Fight sexism! Jetzt, immer und überall!

http://www.facebook.com/events/283895995041827/

Aktionstage gegen Seximus und Homophobie in Bamberg

Vom 7. bis zum 11. November 2011 nimmt das Gleichstellungsreferat der Bamberger Studierendenvertretung, die feministische plattform und der AStA Bamberg e.V. an den Aktionstagen gegen Sexismus und Homophobie teil. Es steht dieser Stadt eine Woche mit Veranstaltungen der besonderen Art bevor!
Ein erster Überblick:
Montag: Julia Scholz (Jena): Queer Theory & Einführung
Dienstag: Dr. Martin Weiss-Flache (BIGG Bamberg): Kritische Männerforschung
Mittwoch: Nils Rusche (Berlin): Geschichte der Homophobie
Donnerstag: Charlotte Bradke (Bamberg) : Transsexualität
Freitag: Film „Das verordnete Geschlecht“ & Auflegerei

Hier findet ihr die Abstracts zu den Vorträgen!